Bormio – Sondrio

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https://www.foxsports.it/2018/07/26/gianluca-spessot-l-undicesima-tappa-del-giro-bormio-sondrio/

Keine flache Etappe? Hier ist sie: von Bormio nach Sondrio. Die Etappe ist nicht lang, nur etwa 70 Km, aber ich muss Gas geben. Die Abreise ist um 8.15 Uhr (Frühstückszeit) und die Ankunft vor 11.30 Uhr geplant. Der Zug fährt um 11.41 Uhr ab und es ist immer besser, früher da zu sein: man weißt es nicht. Gestern war ich wirklich fertig. Ich hatte keine Zeit und Lust nach Restaurants zu suchen und benutzte ich meine alte Strategie: einfach die Einheimischen fragen, wo man gut essen kann. Eine sehr freundliche Supermarktkassiererin fragte ein Paar, das den Laden gerade verließ. “Wenn Sie typische und perfekt zubereitete Gerichte probieren möchten, gehen Sie zum Vecchio Borgo”. Sie versuchen mir zu erklären, aber dann sagt die Frau: “Wir begleiten dich, wir wollten sowieso spazieren gehen“. So lerne ich Chiara und Davide kennen. Sie sind in Bormio für den automatischen Brotspender 24 Stunden am Tag sehr bekannt. Davide ist mal den München-Marathon gelaufen und erinnert sich: “Sobald ich die Ziellinie überquert hatte, gaben sie mir ein Bier, was für ein Erlebnis!“. Das Stilfserjoch ist mehrmals hochgefahren, aber immer von Bormio aus. 

Das Abendessen ist fantastisch. Ich hatte die „Pizzoccheri“ noch nie probiert: köstlich. Ich würde Tonnen davon essen. Einfach, aber auch sehr gut der geschmolzene Käse mit Polenta. Am Ende nehme ich das Sorbet mit „Braulio“, ein Amaro aus Kräutern, die aus den umliegenden Bergen geerntet werden.

Ich verlasse das Restaurant gesättigt und glücklich. Die Kräfte sind wieder da, aber ich schlafe ein, sobald ich mich auf das Bett lege. Ich wohne im Hotel Piccolo Mondo, einem familiengeführten Hotel auf der anderen Seite des Flusses, nur wenige Schritte vom einer kleinen Brücke entfernt: das Zentrum ist in 5 Minuten zu Fuß zu erreichen. Die Gastgeber sind sehr freundlich und sehr hilfsbereit. 

Nach dem Frühstück geht es gleich los. Bis Mazzo kenne ich die Strecke. Wenn ich an dem Ort vorbeikomme, schaue ich oben links und sehe ihn, den Mortirolo. Heute wird es jedoch geradeaus gefahren. Der Radweg entlang des Flusses wechselt mit Strecken auf Nebenstraßen. Es ist sehr schön, man kommt mitten durch Wälder, Apfelplantagen und Maisfelder. Weniger als 12 km von Sondrio entfernt gibt es eine Strecke voller Höhen und Tiefen und ich muss mich anstrengen, bevor die Straße wieder leicht bergab führt. In wenigen Minuten bin ich in Sondrio, aber dann wird es schwierig: wo ist der Bahnhof? Es gibt keine Schilder und selbst die Informationen der Passanten sind nicht leicht zu verstehen. Glücklicherweise habe ich genügend Zeit und irgendwann sehe ich endlich das gelbe Gebäude. Als ich in den Zug steige, sehe ich die Berge nostalgisch an, aber ich falle sofort in Morpheus-Arme!

Am Bahnhof von Colico steigen viele Leute ein und ich wache gerade noch rechtzeitig auf, um die lange Strecke bis nach Lecco am Comer See bewundern zu können. Als ich in Mailand ankomme, spüre ich sofort die Hitze, die mich überfällt, und ich vermisse sofort das Klima der letzten zehn Tagen. In Verona habe ich 6 Minuten Zeit für den Umstieg, aber mein Zug hat eine Verspätung von genau 6 Minuten. Der Anschlusszug bildet sich ein, ein Schweizer Zug zu sein und fährt pünktlich ab. Ich renne, ich laufe mit dem Fahrrad die Treppe hinunter und wenn ich auf der Plattform bin, sehe ich die Lokomotive an mir vorbeiziehen! Eine Stunde in Verona. 34 Grad, aber gut ich bin mit Fahrrad da und fahre zur Piazza Bra: ein Foto der Arena gehört dazu. Dann komme ich zum Bahnhof rechtzeitig zurück! In Mestre läuft alles reibungslos. In Cervignano angekommen und aus dem Zug gestiegen, habe ich den Eindruck, dass jemand den Haartrockner eingeschaltet hat! 20 weitere Kilometer warten auf mich und ich versuche, am Ziel zu sein, bevor es dunkel wird. Von der Ferne sehe ich den Glockenturm von Aquileia: ich bin fast da. Heute Morgen um 8 Uhr war ich noch mitten in den Bergen der Valtellina. Nach 3 Stunden Radfahren, 9 Stunden Zug und einer weiteren Stunde auf dem Sattel bin ich in Grado, auf der Insel der Sonne. Und was jetzt?

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