Cosa resta? Was bleibt?

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…jetzt bin ich hier in Grado, auf der Insel der Sonne. Ich bewundere das Meer, die Lagune und atme tief die salzige Meeresluft. Es ist meine Welt, die Welt meiner Kindheit. Ich bin wieder zu Hause. Doch die Gedanken sind noch da oben, in den Bergen, auf jenen Gipfeln, die mich in den letzten zehn Tagen begleitet haben. Seltsam! Als Kind habe ich die Berge gehasst und ich wollte nicht einmal Skifahren lernen. Es brauchte ein Fahrrad, um mich diese Welt entdecken und schätzen zu lassen. Es konnte nicht anders laufen. Mit dem Skilift oder der Seilbahn nach oben zu kommen, ist nichts für mich: ich muss mir den Gipfel mit Fleiß und Mühe verdienen. Sicherlich mit meinem Rhythmus und meinem Tempo, denn die 5 auf dem Tacho ist keine schlechte Schulnote und die Besteigung jedes Passes verdient immer die Bestnote. Meine Brust ist voll von fiktiven Medaillen: eine für jeden Pass!

Valparola (2.192 Meter über dem Meeresspiegel), Giau (2.236), Falzarego (2.105), Fedaia (2.054), Sella (2.240), Gardena (2.136), Campolongo (1.875), Pordoi (2.239), Costalunga (1.752), Giovo (2.094), Rombo (2.509), Stelvio (2.760), Mortirolo (1.852), Gavia (2.652). Ich wollte sie alle aufzählen, um mich an sie zu erinnern. Ja, ich habe sie alle bestiegen. In etwas mehr als einer Woche habe ich bewiesen, dass Willenskraft wirklich Wunder wirken kann. Ich verbrachte ganze Tage auf dem Rad und es gab Steigungen, auf denen ich mehr als drei Stunden lang in die Pedale treten musste. Was geht da durch den Kopf? Alles und nichts gleichzeitig. Es gibt Verzweiflung vor einem sehr harten Abschnitt, aber dann herrscht nur die Freude: ich habe den Gipfel erreicht und konnte unglaubliche Bilder bewundern, die nur die Natur malen kann.

Diese Reise hat bestätig, dass das Wesentliche darin besteht, auf den eigenen Körper, “hören” zu können. Unser Organismus sendet permanent neue Signale und wir müssen sie beziffern können. Immer wieder kann man sein Bestes geben, aber es gibt auch Momente, in denen es besser ist, eine Pause zu legen und etwas zu essen. Und man darf nie die Landschaft vergessen: vor einer einmaligen Kulisse kann man nicht anders, als zu stehen und innerlich zu applaudieren. Das ist das Schöne am Radfahren: eine vollständige Verbindung mit der Natur und mit sich selbst. Ich habe mich mehrmals gefragt, ob es besser ist, diese Reisen in Begleitung oder allein zu machen. Ich bin doch für die zweite Option. Allein reisen ermöglicht es dir, deine Gedanken frei zu lassen und das Tempo bei jedem Anstieg zu bestimmen, ohne jeglichen Druck oder Einfluss. Jede Steigung habe ich detailliert „studiert“ und habe immer versucht, mir die härtesten Abschnitte zu merken. Ich bin immer mehr davon überzeugt, dass, wenn man sich die erfolgreiche Steigung vorgestellt hat, wird alles einfacher. Auch der Mortirolo oder der Giau sind dann machbar.

Ein letzter Gedanke. Ich konnte ein fantastisches Land mit schönen Radwegen bewundern, aber ich musste auch Straßen fahren, auf denen man sich auf zwei Rädern nicht wohl fühlt! Ich habe es gelesen, dass man im Jahr 2017 an der Alpe-Adria (Salzburg – Grado) 70.000 Radfahrer zählen konnte. Ich habe keine Daten über die München-Venedig, aber die Zahl war sicherlich höher. Warum nicht endlich auf den Radtourismus eine Karte setzen? Wie kann es sein, dass der Donau-Radweg eine der bekanntesten ist? Hier spielt die Infrastruktur sicherlich eine wichtige Rolle. Das Gleiche gilt für Sizilien: eine der schönsten Insel der Welt und die Deutschen machen alle Urlaub in Mallorca! Der Radtourismus ist umweltfreundlich und bringt Geld. Ich weiß wovon ich rede: nach einem Tag auf dem Sattel brauchst du Essen (viel!) und ein Bett, also ein Zimmer. Es kommt hinzu, dass der Radtourist nicht so schnell fährt und bleibt somit länger in einem Gebiet. Wollen wir nicht wirklich diese Art von Tourismus fördern? Am „Stelvio Day“ waren 10.000 Leute da, könnte man diese Veranstaltung nicht öfter organisieren? Die Küstenstraße, die nach Triest führt, ist einfach wunderschön. Ist es wirklich unmöglich, sie an einigen Sonntagen im Sommer zu sperren? Warum machen viele Deutsche im Februar und März auf die Balearen eine Radurlaub und fliegen nicht, zum Beispiel, nach Apulien? Es gibt in Italien viele Ecken, die vom Radtourismus profitieren könnten.

Dies sind einige der Gedanken, die einem durch Kopf gehen, während er stundenlang auf dem Sattel sitzt. Aber es gibt so viele Gedanken und man kann nicht über jeden berichten!

Am Ende bleibt die Freude und ich bin stolz einige der berühmtesten Anstiege des Giro d’Italia entdecket zu haben. Natürlich fehlt einer, der übrigens nicht weit von Grado entfernt ist: der Zoncolan, der Kaiser! Wir werden sehen, inzwischen genieße ich das Meer…………….

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